GO FOR GOLD: Aktionsmonat für Kinderkrebs im September

 

Krebs im Kindesalter ist nicht selten und wird es nie sein. 2000 Kinder erkranken jährlich in Deutschland an Krebs, 250.000 weltweit. Und weil diese kleinen Helden, Überlebenden, aber auch die Kinder, von denen wir uns verabschieden mussten, es verdienen, wahrgenommen und gehört zu werden, lassen wir den September in GOLD erstrahlen!

 

Kinder, die an Krebs erkranken, sind vollständig auf ihre Eltern angewiesen. Plötzlich reicht es für die Eltern nicht mehr aus, Halt zu geben, sondern es wird Betreuung rund um die Uhr erfordert. Die Planung des Urlaubs weicht der Aneignung von medizinischen Fachkenntnissen, um informiert Entscheidungen von unvorstellbarer Tragweite zu treffen. Jobs müssen für die Zeit der Behandlung ruhen, das Zuhause wird für die oftmals lange und hochbelastende Therapie zurückgelassen, Angst und Sorge überlagern die gewohnte familiäre Sicherheit.

 

Weil all dies Familien an ihre Grenzen führt und leider oft darüber hinaus, ist es wichtig, dass wir alle darüber reden. Darüber, DASS Kinder an Krebs erkranken, auch während Pandemien, auch während Naturkatastrophen und auch während des Wahlkampfs. Um für die betroffenen Kinder und ihre Familien laut zu werden, tauchen wir den September in GOLD.

 

Wir werden in den kommenden Wochen das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten – aus Sicht der Betroffenen, der Ärzte, der Pflege und des Psychosozialen Dienstes. Auch unsere Arbeit werden wir hierbei nicht unerwähnt lassen, denn es gibt viele Wege, sich zu engagieren. So laden wir Sie alle herzlich ein, mitzumachen, und mit uns zusammen Menschen für dieses durchaus nicht leicht verdauliche Thema zu sensibilisieren. Ein guter Anfang ist es zum Beispiel, diesen und andere Beiträge in unseren sozialen Medien zu teilen, einen Kommentar zu verfassen... oder einfach einen Ihnen nahe stehenden Menschen, einen Kollegen oder Nachbarn darauf anzusprechen.

 

Es wird nicht leicht, aber zusammen können wir dieses Thema in diese turbulenten Zeiten weiter tragen. Und wenn Sie uns in den kommenden Wochen mit einer GOLDENEN Schleife am Revers sehen, dann wissen Sie warum…

 

Ihr Förderkreis-Team

Go Gold in September                                                    Kinderkrebs aus Sicht der Erzieherinnen

 

 Die Bereitstellung eines kreativen und spielerischen Angebots während der Akuttherapie und in der Nachsorge unserer Patienten stellt einen wichtigen Baustein in der individuellen psychosozialen Begleitung unserer Familien dar. Der spielerische Umgang mit verschiedenen Materialien ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen Gefühlen, Wünschen und Vorstellungen einen Ausdruck zu verleihen.

Was nicht durch Worte geäußert werden kann, kann durch Malen, plastisches Gestalten oder auch im Spiel ausgedrückt und dargestellt und somit aus einer anderen Perspektive betrachtet werden.

 

Sehr beeindruckend war es dabei für mich zu erleben, dass z.B. ein Jugendlicher, nachdem er die Diagnose eines Hirntumors erhalten hatte, diesen auf eine Leinwand gemalt und sich so mit der Situation seiner Erkrankung auseinandergesetzt hat.

 

Die mit der Erkrankung verbundenen Hygienemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen verändern das Leben der Patienten und ihrer Angehörigen massiv. Viele Aktivitäten, wie z. B., der Besuch eines Spielplatzes, der vorher ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags waren sind nicht mehr möglich.

Kreative Angebote, wie das Matschen mit Fingerfarben oder Rasierschaum, das Gestalten mit kinetischem Spielsand oder Knete bieten hier unter Einhaltung der hygienischen Anforderungen einen gewissen Ausgleich. Dabei lässt sich beobachten, dass die Kinder im Prozess des Matschens in Selbstvergessenheit versinken, sichtlich entspannen und eine offensichtliche Freude bei ihrem Tun empfinden.

 

 Auch das Spiel hat eine hohe Bedeutsamkeit. So kann die Puppenküche beispielsweise zum Behandlungszimmer werden. Der Dinosaurier mag seine Medikamente nicht nehmen, weil sie besonders scheußlich schmecken. Viele Kinder drücken ihr inneres Erleben im Spiel aus. Viele Beobachtungen und das gemeinsame Agieren ermöglichen es mir, die Kinder und Jugendlichen und ihre Bedürfnisse besser kennenzulernen. Die Erkenntnisse daraus und der Austausch mit den Kollegen und Kolleginnen bilden die Grundlage dafür, gemeinsam Impulse und Ideen zu entwickeln, um die Patienten und auch ihre Angehörigen in dieser besonderen Situation zu begleiten und zu unterstützen.

 

Aspekte der Stärkung von Ressourcen, Autonomie, Selbstwirksamkeit, sowie des Selbstwertgefühls und des Selbstbewusstseins sind besonders wichtig. Ängste und Sorgen begleiten jungen Patienten in der Zeit der Erkrankung und häufig auch danach. Auch hier kann das kreative Arbeiten eine hilfreiche Unterstützung bieten.  Ein Junge hatte z. B. in der Zeit seiner Transplantation große Schwierigkeiten zu schlafen. In gemeinsamen Überlegungen, was ihm dabei helfen könnte, erzählte er mir, dass ihm die Star Wars Figuren Kraft geben. Also gestalteten wir einen Star Wars Traumfänger für ihn. Nach einigen Tagen berichtete er, dass er nun besser schlafen könne, nicht mehr so häufig aufwache und weniger Angst habe.

 

Dank der Menschen die uns bei unserer Arbeit unterstützen, verfügen wir über ein großes Repertoire an Materialien für unsere kreative und spielerische Arbeit. Dadurch ist es uns möglich Patienten und Angehörige aller Altersstufen, vom Baby bis zum Erwachsenen zu versorgen. Aus den Rückmeldungen vieler Familien wissen wir, dass die vielfältige Ausstattung an Spielsachen und kreativem Material zum Wohlbefinden dieser auf der Station beiträgt. Ob es das Kinderfahrrad ist, welches beim Einchecken auf der Station freudig begrüßt und mit dem sofort eine Runde über diese gedreht wird oder ein bestimmtes Spiel, welches nur während des stationären Aufenthalts gespielt wird.

 

Auch nach fast 20 Jahren empfinde ich meine Tätigkeit auf der Station und im Förderkreis noch immer als eine positive und bereichernde Herausforderung. So individuell wie die Menschen sind, denen ich dort begegne, so individuell und spannend sind die Erfahrungen, die ich dort sammeln darf.

 

Ihre Sabine Dick

Erzieherin, Kunsttherapeutin und staatl. anerkannte Heilpädagogin

Verstehen. Da sein. Helfen.

Der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn e.V.

Wir, das sind betroffene Eltern, verbunden durch die Krankheit unserer Kinder und Schicksalsschläge, die keine Familie erleiden sollte. Wir haben den Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn e.V. 1983 gegründet mit dem Ziel, die damalige Situation auf der Kinderkrebsstation zu verbessern und betroffenen Familien zu helfen, mit der Diagnose und den damit verbundenen Veränderungen besser zurechtzukommen. Eine Hilfe, die es für uns nicht gab, die aber bitter nötig war.

 

Wir - das sind inzwischen auch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, Spender, Unterstützer, Ärzte, Schwestern, Psychologen und Pädagogen in der Universitätskinderklinik und im Elternhaus, die sich tagtäglich dafür einsetzen, dass krebskranken Kindern und ihren Familien geholfen wird.

 

Viel hat sich inzwischen geändert, doch auch heute noch ist Krebs und insbesondere Krebs im Kindesalter ein schrecklicher Schicksalsschlag und die Therapie langwierig und kräftezehrend. Umso wichtiger ist es, die kranken Kinder und ihre Familien nicht allein zu lassen. Darum sind wir für die Familien da und helfen - durch eigenes erfahrenes Fachpersonal - wo immer wir gebraucht werden. 

 

Gerade in der Anfangszeit der Behandlung ist der Beratungsbedarf enorm, um Ängste und Sorgen abzubauen. Wir bieten den Eltern ein Zuhause auf Zeit in unmittelbarer Nähe zur Kinderklinik, kümmern uns um die Betreuung der Geschwister und helfen bei den alltäglichen Problemen und Sorgen. Während der Therapie geht es darum, den Kindern die Behandlung und die daraus resultierenden Nebenwirkungen zu mildern, den Klinikaufenthalt zu erleichtern, ihr Wohlbefinden durch Ablenkung, Spaß und Spiel zu verbessern. Stets wird die gesamte Familie mit einbezogen, um sie zu stärken und zu stützen.

 

Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie wichtig dieser Beistand auch gerade dann ist, wenn keine Heilung mehr möglich ist.

 

Wir helfen konkret, unbürokratisch und schnell. Jedes Lächeln eines Kindes, jedes Dankeschön von betroffenen Eltern motiviert uns, immer wieder das Unmögliche zu versuchen, um das Mögliche zu erreichen.

 

Ihr Lutz Hennemann

Vorsitzender

 

Corona-Schutzmaßnahmen

Alle geplanten Veranstaltungen sowie das Mittwochs-Frühstück auf der Station müssen leider auch weiterhin ausfallen. Das Elternhaus bleibt unter strengen Schutzmaßnahmen geöffnet und auch das Förderkreis-Küchenteam steht den Eltern auf der Station in maximal möglicher Besetzung zur Verfügung.

 

Des Weiteren verzichten wir noch weitestgehend darauf, Spenden persönlich entgegen zu nehmen. Sie haben jedoch selbstverständlich aber immer die Möglichkeit, uns Ihre Spenden – auf wir gerade in solch außergewöhnlichen Zeiten besonders angewiesen sind - zu überweisen (Sparkasse KölnBonn, IBAN: DE25 3705 0198 0023 0021 57, BIC: COLSDE33XXX). In jedem Fall möchten wir aber weiterhin über all Ihre wertvollen Beiträge berichten. Wir würden uns daher sehr freuen, wenn Sie uns Ihre Fotos oder Berichte via E-Mail (info@foerderkreis-bonn.de) zukommen ließen, damit wir diese veröffentlichen können.

 

Ebenso aus Hygieneschutzgründen und wegen des bevorstehenden Umzugs und den damit gesunkenen Lagerkapazitäten können wir zum momentanen Zeitpunkt leider keine Kronkorken annehmen. Gerne können Sie aber ihre Kronkorken direkt zu Metallbau Ehlert in der Brunnenstraße 15 in 53498 Bad Breisig liefern. Dort steht, unabhängig von den Öffnungszeiten, ein Sammelbehälter für Kronenkorken im Hof. Wir hoffen, im neuen Jahr so bald wie möglich wieder für all unsere fleißigen Sammler da sein zu können! 

 

 

Wir hoffen, Sie haben Verständnis für diese besonderen Maßnahmen in einer besonderen Zeit. Aber der Schutz der Patienten, Ihrer Familien und unserer Mitarbeiter muss nun an erster Stelle stehen.  Bitte seien Sie versichert, dass wir alles Menschenmögliche tun, um unserer Arbeit weiterhin nachzugehen und bestmöglich für die betroffenen Kinder und Familien da zu sein.

 

Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund.

 

Ihr Förderkreis-Team 

Werden Sie FAMILIENHAUS-Pate!

Damit kein Kind alleine ist.

Eröffnung voraussichtlich im September 2020

Neues aus dem Spendenblog

Haare ab für einen guten Zweck

Musiker des Beethovenorchesters stellen digital ihre Instrumente vor

Bücherspende für den Förderkreis

Von dem Autor A.J. Willms erreichte uns dieser Tage eine tolle Spende: Sein Buch 'Schäfchen ohne Haare' zum verschenken an die jungen Patienten auf der Station, dazu Bilder zum ausmalen, tolle Schäfchenanhänger und ein superlieber Brief.

 

Die Kinder lieben die Geschichte und wollen sie immer wieder hören. Vielen Dank an A.J. dafür, dass er die Herzen von krebskranken Kindern so berührt.

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BÄRENSTARK-Magazin

 

Lesen Sie in der 40. Ausgabe der BÄRENSTARK wie Sie uns in den vergangenen Monaten unterstützt haben und was wir mit dieser Unterstützung für die betroffenen Kindern, Jugendlichen und Familien bewegen konnten.

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FK_BS40_21_WEBVERSION_25.05.2021.pdf
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