Immer wieder montags - Das Genießerfrühstück

In Zeiten von Corona ist alles anders. Daher muss man manchmal kreativ werden, um auch auf der Kinderstation den jungen Patienten und ihren Eltern den Aufenthalt etwas angenehmer zu gestalten.

 

Vor einiger Zeit fiel uns auf, dass sich manche Kinder und Jugendliche gemütlich auf die niedrige Fensterbank in den Zimmern setzen, um zu frühstücken. Dabei kam uns eine Idee.

Wir alle erinnern uns noch gut an das Mittwochsfrühstück, dass ehrenamtliche Helfer des Förderkreises in der alten Kinderklinik angeboten haben. Dabei konnten sich die Kinder auf der Station mit ihren Eltern zusammen nach Belieben bedienen. Dies war in Coronazeiten leider nicht mehr möglich. In Zusammenarbeit mit unserer Ernährungsberaterin, Diana Klassen, und dem Förderkreis-Küchenteam entstand so das „Genießer-Frühstück“!

 

Denn: Essen und Trinken ist Lebensqualität. Das gilt besonders in einer Situation, in der therapiebedingte Nebenwirkungen wie beispielsweise Appetitlosigkeit und Geschmacksveränderungen und die Einschränkungen der keimarmen Ernährung den Patienten häufig Probleme bereiten. Das Genießer-Frühstück bringt ein Stück dieser Lebensqualität zurück.

Dafür bestellt der Förderkreis beim Catering der Universitätsklinik Bonn eine kleine Auswahl an Fingerfood, dazu wird in der Stationsküche z.B. Rührei oder ein Obstsalat frisch zubereitet. Es gibt Mini-Croissants oder Laugengebäck und vieles mehr. Durch das Angebot besonderer Leckereien können wir den Alltag der ‚Bewohner‘ von Station 4 so deutlich auflockern.

 

In Zeiten in denen der Gedanke an Essen oft für ein Gefühl von Stress und Einschränkungen bei unseren Patienten und Eltern sorgt, können durch das Genießer-Frühstück positive Erlebnisse vermittelt werden. Gleichzeitig ist es für uns eine Chance aufzuzeigen, dass die Zeit der keimarmen Ernährung nicht nur eine Zeit des Verzichts sein muss. Unser Angebot hält sich streng an alle Regeln und bietet trotzdem sehr viel Abwechslung und Genuss.

 

Das Genießer-Frühstück ist außerdem eine tolle Gelegenheit, wie Diana Klassen mit den Kindern, Jugendlichen und Eltern auf zwanglose Weise in Kontakt zu kommen. Denn das Thema Ernährung während einer Krebserkrankung bedingt sehr viel Aufklärungsarbeit.

 

Jeden Montagmorgen gehen wir also von Zimmer zu Zimmer und die Jungen und Mädchen können zusätzlich zum Stationsessen aus einer kleinen Speisekarte auswählen, was sie essen möchten. Die Tabletts werden liebevoll mit jahreszeitlicher Dekoration und Servietten vorbereitet. Ein kleines Spielzeug für die Kinder liegt auch immer dabei. So macht das Essen gleich noch mehr Spaß. Die Atmosphäre beim Essen kann aus ernährungspsychologischer Sicht einen großen Einfluss haben. Die liebevolle Dekoration kann dabei schon viel bewirken.

 

Wir haben schon oft erlebt, dass die Kinder und ihr Elternteil „einmal Alles“ bestellen. Die Freude darüber, wenn wir das Frühstück in die Zimmer bringen, ist dabei jede Mühe wert!

GO FOR GOLD: Aktionsmonat für Kinderkrebs im September

 

Krebs im Kindesalter ist nicht selten und wird es nie sein. 2000 Kinder erkranken jährlich in Deutschland an Krebs, 250.000 weltweit. Und weil diese kleinen Helden, Überlebenden, aber auch die Kinder, von denen wir uns verabschieden mussten, es verdienen, wahrgenommen und gehört zu werden, lassen wir den September in GOLD erstrahlen!

 

Kinder, die an Krebs erkranken, sind vollständig auf ihre Eltern angewiesen. Plötzlich reicht es für die Eltern nicht mehr aus, Halt zu geben, sondern es wird Betreuung rund um die Uhr erfordert. Die Planung des Urlaubs weicht der Aneignung von medizinischen Fachkenntnissen, um informiert Entscheidungen von unvorstellbarer Tragweite zu treffen. Jobs müssen für die Zeit der Behandlung ruhen, das Zuhause wird für die oftmals lange und hochbelastende Therapie zurückgelassen, Angst und Sorge überlagern die gewohnte familiäre Sicherheit.

 

Weil all dies Familien an ihre Grenzen führt und leider oft darüber hinaus, ist es wichtig, dass wir alle darüber reden. Darüber, DASS Kinder an Krebs erkranken, auch während Pandemien, auch während Naturkatastrophen und auch während des Wahlkampfs. Um für die betroffenen Kinder und ihre Familien laut zu werden, tauchen wir den September in GOLD.

 

Wir werden in den kommenden Wochen das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten – aus Sicht der Betroffenen, der Ärzte, der Pflege und des Psychosozialen Dienstes. Auch unsere Arbeit werden wir hierbei nicht unerwähnt lassen, denn es gibt viele Wege, sich zu engagieren. So laden wir Sie alle herzlich ein, mitzumachen, und mit uns zusammen Menschen für dieses durchaus nicht leicht verdauliche Thema zu sensibilisieren. Ein guter Anfang ist es zum Beispiel, diesen und andere Beiträge in unseren sozialen Medien zu teilen, einen Kommentar zu verfassen... oder einfach einen Ihnen nahe stehenden Menschen, einen Kollegen oder Nachbarn darauf anzusprechen.

 

Es wird nicht leicht, aber zusammen können wir dieses Thema in diese turbulenten Zeiten weiter tragen. Und wenn Sie uns in den kommenden Wochen mit einer GOLDENEN Schleife am Revers sehen, dann wissen Sie warum…

 

Ihr Förderkreis-Team

Go Gold in September                                                    Kinderkrebs aus Sicht der Erzieherinnen

 

 Die Bereitstellung eines kreativen und spielerischen Angebots während der Akuttherapie und in der Nachsorge unserer Patienten stellt einen wichtigen Baustein in der individuellen psychosozialen Begleitung unserer Familien dar. Der spielerische Umgang mit verschiedenen Materialien ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen Gefühlen, Wünschen und Vorstellungen einen Ausdruck zu verleihen.

Was nicht durch Worte geäußert werden kann, kann durch Malen, plastisches Gestalten oder auch im Spiel ausgedrückt und dargestellt und somit aus einer anderen Perspektive betrachtet werden.

 

Sehr beeindruckend war es dabei für mich zu erleben, dass z.B. ein Jugendlicher, nachdem er die Diagnose eines Hirntumors erhalten hatte, diesen auf eine Leinwand gemalt und sich so mit der Situation seiner Erkrankung auseinandergesetzt hat.

 

Die mit der Erkrankung verbundenen Hygienemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen verändern das Leben der Patienten und ihrer Angehörigen massiv. Viele Aktivitäten, wie z. B., der Besuch eines Spielplatzes, der vorher ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags waren sind nicht mehr möglich.

Kreative Angebote, wie das Matschen mit Fingerfarben oder Rasierschaum, das Gestalten mit kinetischem Spielsand oder Knete bieten hier unter Einhaltung der hygienischen Anforderungen einen gewissen Ausgleich. Dabei lässt sich beobachten, dass die Kinder im Prozess des Matschens in Selbstvergessenheit versinken, sichtlich entspannen und eine offensichtliche Freude bei ihrem Tun empfinden.

 

 Auch das Spiel hat eine hohe Bedeutsamkeit. So kann die Puppenküche beispielsweise zum Behandlungszimmer werden. Der Dinosaurier mag seine Medikamente nicht nehmen, weil sie besonders scheußlich schmecken. Viele Kinder drücken ihr inneres Erleben im Spiel aus. Viele Beobachtungen und das gemeinsame Agieren ermöglichen es mir, die Kinder und Jugendlichen und ihre Bedürfnisse besser kennenzulernen. Die Erkenntnisse daraus und der Austausch mit den Kollegen und Kolleginnen bilden die Grundlage dafür, gemeinsam Impulse und Ideen zu entwickeln, um die Patienten und auch ihre Angehörigen in dieser besonderen Situation zu begleiten und zu unterstützen.

 

Aspekte der Stärkung von Ressourcen, Autonomie, Selbstwirksamkeit, sowie des Selbstwertgefühls und des Selbstbewusstseins sind besonders wichtig. Ängste und Sorgen begleiten jungen Patienten in der Zeit der Erkrankung und häufig auch danach. Auch hier kann das kreative Arbeiten eine hilfreiche Unterstützung bieten.  Ein Junge hatte z. B. in der Zeit seiner Transplantation große Schwierigkeiten zu schlafen. In gemeinsamen Überlegungen, was ihm dabei helfen könnte, erzählte er mir, dass ihm die Star Wars Figuren Kraft geben. Also gestalteten wir einen Star Wars Traumfänger für ihn. Nach einigen Tagen berichtete er, dass er nun besser schlafen könne, nicht mehr so häufig aufwache und weniger Angst habe.

 

Dank der Menschen die uns bei unserer Arbeit unterstützen, verfügen wir über ein großes Repertoire an Materialien für unsere kreative und spielerische Arbeit. Dadurch ist es uns möglich Patienten und Angehörige aller Altersstufen, vom Baby bis zum Erwachsenen zu versorgen. Aus den Rückmeldungen vieler Familien wissen wir, dass die vielfältige Ausstattung an Spielsachen und kreativem Material zum Wohlbefinden dieser auf der Station beiträgt. Ob es das Kinderfahrrad ist, welches beim Einchecken auf der Station freudig begrüßt und mit dem sofort eine Runde über diese gedreht wird oder ein bestimmtes Spiel, welches nur während des stationären Aufenthalts gespielt wird.

 

Auch nach fast 20 Jahren empfinde ich meine Tätigkeit auf der Station und im Förderkreis noch immer als eine positive und bereichernde Herausforderung. So individuell wie die Menschen sind, denen ich dort begegne, so individuell und spannend sind die Erfahrungen, die ich dort sammeln darf.

 

Ihre Sabine Dick

Erzieherin, Kunsttherapeutin und staatl. anerkannte Heilpädagogin

Der Förderkreis bei der Lokalzeit Bonn

Im Dezember war unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Ursula Roos, zum Thema Haarspende in der Lokalzeit Bonn im WDR eingeladen. Wir finden das großartig und bedanken uns sehr herzlich für diesen wunderbaren Beitrag. ❤️

Diesen Beitrag können Sie sich hier in der Mediathek des WDR anschauen.


Blue Light Night am Eltern-Kind-Zentrum

 

Am 08.12. war es endlich soweit: Nach Wochen der Planung und der Organisation, der Besichtigungen und der Terminierung, konnte auf dem Gelände des Universitätsklinikum Bonn, direkt vor dem Eltern-Kind-Zentrum, die (unseres Wissens nach sogar deutschlandweit erste!) "BLUE LIGHT NIGHT" stattfinden.

 

Ab 17 Uhr nahmen verschiedenste Einsatzfahrzeuge Aufstellung, um pünktlich um 17.30 das Eltern-Kind-Zentrum in Blaulicht zu hüllen und den Kindern so zu zeigen, dass es da draußen viele Menschen gibt, die an sie, ihre Eltern und das Krankenhauspersonal denken.

 

Bestaunen konnten die jungen Patienten dabei Fahrzeuge von u.a. der Bundespolizei, die mit einigen Sonderfahrzeugen (u. A. Pickup-Truck „All-Cops-Are-Beautiful“) vor Ort war, wie auch der Kriminalpolizei des Bundes; des Bundeskriminalamts, der Polizei der Bundeswehr-Feldjäger, des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Roten Kreuzes, der DLRG, des Arbeiter-Samariter-Bunds, der Johanniter, der Malteser und einiger Privatpersonen mit Einsatzfahrzeug-Oldtimern, u.a. einem echten US-Feuerwehr-Truck und echten LAPD-Motorrädern. Auch das TributeCopCar Germany war als ehemaliges US-Polizeifahrzeug vor Ort.

 

Die Kinder mussten natürlich auch nicht untätig bleiben, so hatten uns die Stadtwerke Bonn zum Beispiel eine große Kiste mit Taschenlampen gespendet, mit denen die Kinder den Besatzungen der Einsatzfahrzeuge ihre eigenen Leuchtsignale geben und so 'zurückwinken' konnten. Vom Veranstalter selbst gab es Laserschwerter, mit denen dies ebenso möglich war.

 

Höhepunkt der Aktion war der große Polizei-Roboter, der sich um das Haus bewegte und den Kindern so nochmal etwas näherkommen konnte. Hierbei hielten sich natürlich alle Besucher und Teilnehmer an die Hygiene- und Abstandsregeln.

 

„Wir bedanken uns sehr herzlich beim Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn e.V., auf dessen Vermittlung die Blue Light Night am UKB stattfinden konnte. Die kleinen Patientinnen und Patienten haben eine weitere tolle vorweihnachtliche Aktion nach strengem Hygiene-Konzept erlebt und so ein bisschen das Gefühl von Normalität in einer schweren Zeit vermittelt bekommen“, sagt Prof. Holzgreve, der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKB.

 

Ein ganz besonderes Dankeschön möchten wir an dieser Stelle nochmal den städtischen Behörden zukommen lassen, die all dies ermöglicht haben, und außerdem den Stadtwerken Bonn, dass sie den Kindern geholfen haben, mit den Taschenlampen den Autos entgegen funkeln zu können.

Nicht zuletzt möchten wir ein ganz besonders warmiges Dankeschön an Herrn Bach und der „The Thin Blue Line" tribute cop-car Germany senden, der als Organisator großartige Arbeit geleistet und dieses wunderschöne Event erst ermöglicht hat! Ihr alle seid die Besten!


Die Gewinner des T-Shirt-Wettbewerbs stehen fest

In unserer vorletzten Bärenstark-Ausgabe im Mai hatten wir im Rahmen eines großen Malwettbewerbs zum Entwerfen von T-Shirts ausgerufen. Viele unserer jungen Leser und auch junge Patienten auf der Station haben an dieser Aktion teilgenommen. Das finden wir großartig!

 

Nun gehen endlich die Preise auf die Reise zu den Gewinnern. Neben den zwei Hauptgewinnen von je einem Phantasialand-Gutschein über 100 Euro dürfen sich auch alle anderen Teilnehmer über ein Geschenk freuen.

Diese haben wir jetzt, ganz weihnachtlich, schön verpackt hoffen, dass sie den kleinen Künstlern Freude bereiten.

 

An alle jungen Künstler noch einmal ein großes Dankeschön, dass sie mit ihren Kunstwerken unsere en berührt haben! Wir hoffen, Eure Geschenke gefallen Euch!


Gemeinsam unter dem Regenbogen

Am vorigen Mittwoch, den 19.08., durfte sich die Belegschaft des Eltern-Kind-Zentrums (ElKi) an der Universitätsklinik Bonn über den Besuch der 28. Regenbogenfahrt freuen.

Hierbei fahren jedes Jahr ehemalige Krebspatienten über den Zeitraum von etwa einer Woche verschiedene Kliniken mit Fahrrädern ab, um den jungen Patienten Hoffnung zu spenden.

 

Die diesjährige Regenbogenfahrt musste aufgrund der Coronavirus-Pandemie leider regional und in kleineren Gruppen und Etappen stattfinden. Dadurch konnten jedoch rund 50 Kliniken in ganz Deutschland angefahren werden.

Mit dabei war unsere Studentin und ehemalige Patientin, Annika Karwanska. Sie hat uns erzählt, wie sie die Tage erlebt hat:

 

„Von Köln aus, ging es über die Uniklinik in Sankt Augustin, hoch zum Venusberg nach Bonn, wo wir nach 60km -lichst mit kalten Getränken und einer Stärkung empfangen wurden. Dabei hatten wir verschiedene Geschenke an die Station, so wie Bänder in Regenbogenfarben, USB-Bänder mit den Steckbriefen aller teilnehmenden Fahrer, Regenbogen-Mutperlen, ein großes Foto und dem Lied der Regenbogenfahrt, eingesungen von allen Teilnehmern. Außerdem auch eine selbstgemachte Kerze zum Gedenken an die Kinder, die ihre Erkrankung nicht überlebt haben.

Empfangen hat uns hier auch ein junger ,,Survivor", der sich ganz besonders über unseren Besuch gefreut und uns nachher sogar noch ein Stück begleitet hat.

War die diesjährige Regenbogenfahrt anders als sonst? Sicherlich, aber aufgrund der lieben Empfänge und mit unserer Mission im Hinterkopf, dennoch bewegend und eindrucksvoll. Danke, dass ich dabei sein durfte.“


Die Regenbogenfahrer sind wieder unterwegs

Und unsere Studentin im Dualen Studium „Gesundheitsmanagement“ und ehemalige Patientin Annika Karwanska ist mit dabei!

 

Die 28. Regenbogenfahrt 2020 wird in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie mit einem anderen Konzept starten: Einzeln oder in kleinen Gruppen sind die ehemaligen jungen Krebspatienten vom 15. bis 22. August mit dem Fahrrad unterwegs. So besuchen sie rund 50 Kinderkrebs-Zentren deutschlandweit. Im Gepäck haben sie ein Päckchen, das Regenbogenarmbänder, Mutperlen und einen USB-Stick mit einer Video-Botschaft enthält.

 

Das Besondere an der Regenbogenfahrt ist, dass die erwachsenen Tour-Teilnehmer alle im Kindes- und Jugendalter selbst an Krebs erkrankt waren. Sie besuchen die jungen Patienten und ihre Familien in den Kliniken und wollen ihnen damit in der anstrengenden und belastenden Zeit der Therapie, Mut und Zuversicht vermitteln. Mit ihrem Engagement demonstrieren sie auch, dass nach einer Krebserkrankung sportliche Höchstleistungen möglich sind.

 

Wir bedanken uns von Herzen für dieses immer wieder tolle Engagement und freuen uns auf ihren Besuch an der Universitäts-Kinderklinik Bonn morgen um 13 Uhr! 


Wie sieht eigentlich jetzt die Arbeit auf der Station aus?

Natürlich ist nicht nur das Elternhaus und die Förderkreis-Geschäftsstelle von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen, sondern auch – und insbesondere – die kinderonkologische Station.

Wie können unsere Mitarbeiter also nun dort noch arbeiten?

 

Die Antwort ist: Ganz anders als bisher. Zum einen arbeiten das psychosoziale Team in Wechselschichten, um so die Kontakte und somit das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Die Kollegen, die nicht in der Klinik anwesend sind, arbeiten im Homeoffice. Zum anderen müssen alle Elterngespräche oder auch Termine, wie z.B. das Tumorboard, an dem unsere Psychoonkologin, Brigitte von Schweinitz, regelmäßig teilnimmt, per Zoom-Meeting oder als Telefonkonferenz stattfinden. Auch Aufnahme- oder Aufklärungsgespräche müssen größtenteils telefonisch durchgeführt werden. Glücklicherweise hängen Portraits aller Stations- und Förderkreis-Mitarbeiter in den Fluren der Station, so dass die Eltern zumindest ein Gesicht zu ihrem Gesprächspartner haben.

 

Auch die Arbeitszeiten haben sich verändert. Im Grunde genommen sind unsere Mitarbeiter derzeit Tag und Nacht für die Eltern der kleinen Patienten da, telefonisch, per E-Mail oder per WhatsApp. So gehören Headsets und Laptops nun auch zur Grundausstattung unseres Fachpersonals. Besondere Situationen erfordern einfach besondere Maßnahmen.

 

Dennoch ist der persönliche Kontakt nicht zu ersetzen. Die Schutzmaßnahmen während der Corona-Pandemie, die ohne Zweifel überlebensnotwendig sind, treffen unsere Familien hart. Die erkrankten Kinder, die aufgrund Ihres durch die Therapie supprimierten Immunsystems schon immer stark abgeschirmt waren, müssen nun vollständig isoliert werden. Nur noch ein Elternteil, darf die Station betreten. Geschwister, Großeltern oder Freunde haben keinen Zutritt mehr.

 

Auch unsere Erzieherinnen dürfen ihrer Arbeit derzeit nicht mehr direkt am Patienten nachgehen. Spiel- Bastel- oder andere Beschäftigungsangebote im Krankenzimmer sind nicht mehr möglich. Darum war auch hier ein Umdenken nötig. So sind Sabine Dick und Heike Engelsing für die Eltern im Patienten-Aufenthaltsraum ansprechbar und geben von dort aus Tipps und Anregungen für Beschäftigung. Seit Kurzem stellen Sie dort auch Kreativboxen zur Verfügung. So kann z.B. zwischen „Papierflieger basteln“, „Betonschalen gießen“ oder „Perlenarmbänder gestalten“ ausgewählt werden.

 

Seit Mitte Juli kommen endlich auch wieder die Klinik-Clowns zur „Visite“. Kontaktlos und absolut hygienisch werden sie dank der förderkreiseigenen Tablets auf einem Wägelchen in die Zimmer gerollt und bespaßen alle, die bespaßt werden wollen. Das Küchenteam des Förderkreises sorgt dafür, dass das Tablet von Zimmer zu Zimmer gerollt wird. Eine willkommene Ablenkung, denn der Elternteil, der zurzeit ein krankes Kind auf der Station begleitet, ist vollkommen auf sich allein gestellt. Er kann nicht mehr von einem anderen Familienmitglied abgelöst werden, oder kurz an der frischen Luft durchatmen, während ein Förderkreis-Mitarbeiter mit dem Kind im Zimmer bastelt.

 

Corona ist für die von uns betreuten Familien eine doppelte Belastung. Darum versuchen wir zu helfen, wie und wo es möglich ist. Danke, dass Sie uns dabei zur Seite stehen.

 

Verstehen. Da sein. Helfen. 


Die Online Clowns-Visite auf Station 4

Seit dem 9. Juli endlich wieder auf Station:

kontaktlos, absolut hygienisch, aber dafür umso spaßiger: Die online Clowns-Visite via Tablet!

 

Dank des förderkreiseigenen Tablets können die Clowns die Kinder endlich wieder besuchen.

Einmal die Woche kommen sie auf einem Wägelchen in die Zimmer gerollt und bespaßen alle, die bespaßt werden wollen. Das Küchenteam des Förderkreises sorgt dafür, dass das Tablet von Zimmer zu Zimmer gerollt wird. Auch wenn die Clownsvisite kontaktlos ist, wird dennoch das Equipment zwischen den einzelnen Patienten desinfiziert, denn Sicherheit geht natürlich vor.

 

Doch all das Desinfektionsmittel konnte den Spaß nicht nehmen, aus den Zimmern war eindeutig lautes Lachen zu hören. Danke, Clowns!


Abschied von der Kinderklinik

Nun ist es soweit: Am kommenden Montag zieht die Universitäts-Kinderklinik um. Damit ändert sich auch der Wirkungsort einiger unserer Mitarbeiter. Sie sagen „Auf Wiedersehen, Adenauerallee“ nach bis zu 33 Jahren!

 

Die letzten Wochen waren also nicht nur durch die Corona-Krise außergewöhnlich, sondern auch geprägt von intensivem Ausmisten, Sortieren und Packen.

 

Am Montag, dem 4. Mai, startet dann der erste Arbeitstag im neuen Eltern-Kind-Zentrum (ELKI) auf dem Venusberg. Auf der kinder-onkologischen Station werden wir unsere Hilfsleistungen selbstverständlich weiter anbieten. So wird Brigitte von Schweinitz die Patienten und Eltern in allen psychosozialen Belangen beraten und die Erzieherinnen Sabine Dick und Heike Engelsing den Kindern und Jugendlichen mit zahlreichen Beschäftigungsangeboten zur Seite stehen sowohl auf den Patientenzimmern also auch im neuen Spielzimmer.  

 

Wenn dann unser FAMILIENHAUS voraussichtlich im August ebenfalls eröffnet, können sie Ihre Angebote in den großzügigen Büro- und Kreativ- und Bewegungsräumen noch einmal deutlich ausweiten.

 

Wir wünschen einen guten Start und freuen uns darauf, so bald wie möglich nachzufolgen! 


Wie sieht eigentlich jetzt der Alltag im Elternhaus aus?

Seit Bekanntwerden der Ausbreitung des Corona Virus arbeiten wir im Elternhaus unter anderen Bedingungen, denn das Virus bedeutet für die erkrankten Kinder und ihre Familien eine doppelte Belastung.

 

Nicht nur bedroht das Virus das geschwächte Immunsystem und damit direkt das Leben der kleinen Patienten, auch die zusätzliche Isolierung macht den Familien zu schaffen.

 

Darum versuchen wir die Gefahr einer Infektion im Elternhaus maximal zu reduzieren und haben einige Maßnahmen durchgeführt.

U.a. wurde der Besucherverkehr wurde so gut wie eingestellt. In dringenden Fällen empfangen wir Gäste vor dem Haus. Wir tragen Atemschutzmasken und arbeiten in Wechselschichten, um auch die Kontakte untereinander zu minimieren. Mitarbeiter der Risikogruppe arbeiten, wenn möglich, im Homeoffice. Alle öffentlich zugänglichen Flächen werden von unserer Hauswirtschaft zweimal täglich gereinigt und desinfiziert.

 

Wir müssen sagen, das Arbeiten unter diesen Bedingungen ist nicht immer einfach. Uns fehlt der Austausch untereinander und das „bunte Treiben“, das sonst bei uns herrscht. Oft herrscht eine ungewohnte Stille, denn auch die Mitarbeiter mit kleinen oder schulpflichtigen Kindern müssen von Zuhause aus arbeiten.

 

Dennoch versuchen wir – insbesondere für unsere Bewohner – eine gewisse Normalität zu erhalten. Denn wir wissen, wie wichtig diese kleine Zerstreuung und dieser Hauch von Normalität für sie ist, wenn sie aus der Klinik zu uns kommen.

 

Darum möchten wir heute all unseren Mitarbeitern ein riesengroßes Dankeschön sagen, die in dieser schweren Zeit Tag für Tag ihr Bestes geben!

 

Gemeinsam auf Abstand – wir schaffen das!


Der Förderkreis bekommt ein neues Gesicht

Warum wir Neues wagen und Bewährtes erhalten